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Kirchweih St. Thomas Morus

„Nicht nur das Gebäude, sondern die Gemeinde als das Haus aus lebendigen Steinen feiert heute das 50-jährige Jubiläum“, begrüßte Pfarrer Andreas Puckel am Vorabend seiner offiziellen Amtseinführung zum neuen Leiter der erst im Januar ins Leben gerufenen Großpfarrei Teresa von Avila die zahlreichen Besucherinnen und Besucher zum Jubiläumsgottesdienst der Kirche St. Thomas Morus. Passend dazu sangen die Gläubigen zur Musik der bereits 1981 gegründeten christlichen Liedermacherband Laetitia zur Eröffnung „Eingeladen zum Fest des Glaubens“. „Wir feiern heut’ ein Fest, weil Gott uns alle liebt“, trug eine Gruppe des katholischen Kindergartens vor und baute das Motto „Kirchweih 50“ aus einzelnen Buchstaben zusammen, die jeweils mit einem Impuls kombiniert wurden. Die Feier auf den Tag genau am 13. Juni, dem 50. Jahrestag der Einweihung der Kirche St. Thomas Morus durch den damaligen, aus Steinheim stammenden Kardinal Hermann Volk, führte nicht nur politische Prominenz in Gestalt von Bürgermeister Manuel Friedrich und Erstem Stadtrat Michael Möser in den Gottesdienst, sondern auch den neuen Weihbischof Pater Joshy George Pottackal, der seit seiner feierlichen Amtseinführung im März im Mainzer Dom erstmals einer Pfarrei seines Bistums einen Besuch abstattete. „Ein halbes Jahrhundert gelebtes Christsein, Glaube und Gemeinschaft laden uns ein, dankbar zurückzublicken und hoffnungsvoll nach vorne zu schauen“, eröffnete Weihbischof Pottackal seine Predigt, in der er die Geschichte der Gemeinde skizzierte, deren Wurzeln in die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg zurückreichen, als viele katholische Heimatvertriebene aus dem Sudetenland hier eine neue Heimat gefunden hatten und die 1968 in die Gründung der Pfarrei St. Thomas Morus mündete. Zusätzlich skizzierte er St. Thomas Morus als einen Ort, an dem Menschen ihren Glauben lebten, Hoffnung weitergäben, Gemeinschaft pflegten und damit als leuchtendes Beispiel für die Zukunft der Kirche. Frei nach der Devise „Feste soll man feiern, wie sie fallen“ ehrten Bürgermeister Friedrich und Erster Stadtrat Möser Pfarrer Norbert Hofmann mit der Verdienstmedaille in Gold, der zweithöchsten Auszeichnung, die die Stadt nach der Ehrenbürgerschaft zu vergeben hat. „Damit habe ich nicht gerechnet. Ich tue nur meinen Dienst“, antwortete Hofmann nach einem Moment der Sprachlosigkeit in seiner ihm eigenen demütigen Art, ehe die Feier im Gemeindesaal ihren gemeinschaftlichen Ausklang fand.

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Lied für ganz besonderen Anlass


Offenbach-Post vom Donnerstag, 19. März 2026:

Ungewohnte indische Töne waren bei der Weihe von Pater Joshy George Pottackal zum neuen Weihbischof des Bistums Mainz am Sonntag zu hören. Rund sieben Minuten lang sang ein gemischter 19-köpfiger indischer Chor mit Aktiven aus dem gesamten Bistum unter der Leitung von Pfarrvikar Ajimon Joseph im voll besetzten Mainzer Dom unmittelbar nach dem Weiheritus, der mit der feierlichen Überreichung des Evangeliars sowie der bischöflichen Insignien Mitra, Ring und Bischofsstab durch Bischof Peter Kohlgraf seinen Höhepunkt erreichte. „Das Lied habe ich in Anlehnung an eine klassische indische Kirchenmelodie komponiert und den Text in unser Muttersprache Malayalam, auf Englisch und auf Deutsch geschrieben“, sagte Joseph, der nur zehn Kilometer entfernt von dem Heimatort des neuen Weihbischofs im südwestindischen Bundesstaat Kerala aufgewachsen ist. Während die erste Strophe den richtigen Zeitpunkt zur Bischofsweihe in den Mittelpunkt stellt „Jetzt ist die Stunde“, beschreibt die zweite Strophe Pottackals Herkunft, seinen Glauben und seine Zugehörigkeit zum Karmeliten-Orden, bevor in der dritten Strophe seine Berufung zum Priester und zum Bischof besungen wird. Die vierte Strophe greift Pottackals Nachfolge des Heiligen Martin als Patron des Mainzer Doms und des gesamten Bistums auf. „Kurz, nachdem Pater Pottackal am 26. November von Papst Leo XIV. zum Weihbischof ernannt worden war, hatte ich mit ihm telefoniert und ihn beglückwünscht. Dabei ist die Idee zu dem Lied entstanden“, verriet Joseph. Der Pfarrvikar der neuen Großgemeinde Hl. Teresa von Ávila Mühlheim-Obertshausen, zu der auch St. Sebastian in Dietesheim mit seinem Wohnsitz gehört, kennt den neue Weihbischof bereits seit mehr als zehn Jahren, nicht zuletzt, weil Pater Pottackal seit mehreren Jahren im Bistum Mainz als Personalreferent tätig ist. Pater Joshy Pottackal ist der erste Nicht-Europäer, der in Deutschland zum Bischof geweiht wurde. Am 30. April 1977 wurde er in Meenkunnam im südindischen Bundesstaat Kerala geboren und gehört dem Karmelitenorden an. Seit 2006 ist er für das Bistum Mainz tätig, unter anderem war er von 2009 bis 2022 als Seelsorger in Neckartal, der südlichsten Pfarrgemeinde des Bistums, aktiv. Anschließend wechselte er als Personalreferent mit Schwerpunkt Priester nach Mainz und wohnt dort im Karmelitenkloster. Sein Wahlspruch lautet „Durch Vertrauen geführt“. Foto/Text: peba

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