Archiv der Kategorie: Journalismus

Der Ambo als Bütt

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Veröffentlicht in der Offenbach-Post am Montag, 8. Februar 2016:

Mühlheim (peba) – Ökumene in ihrer humoristischsten Form bot die evangelische Friedensgemeinde beim Fastnachtsgottesdienst mit Büttenpredigt.

Gitarre und Cajon, Trommel und Bongos, Xylophon und Triangel, Schellen und Rasseln – eine Musikinstrumentensammlung, wie sie gegensätzlicher nicht sein konnte, schmückte den Altarraum des Gotteshauses. Zumal sie um die Orgel auf der Empore ergänzt wurde. „Frohe Lieder wollen wir singen“, eröffnete Pfarrer Ralf Grombacher den fastnachtlichen Gottesdienstes, der seit 2003 zum festen Bestandteil des evangelischen Lebens in Mühlheim gehört, und stimmte sogleich, mit Luftschlangen geschmückt, das erste Lied auf seiner Gitarre an. Seit fünf Jahren trägt er gar zur Ökumene beiträgt. Denn so lange verwandelt Wolfgang Sterr, katholischer Sitzungspräsident der KaKaM, den Ambo in der Friedenskirche in eine Bütt und beweist seine Fähigkeiten als reimender Prädikant, einen Dienst, den es in seiner Mutterkirche gar nicht gibt.

Was alles so bei uns ist passiert, ich in Versform hab notiert“, stimmte Sterr die Gottesdienstbesucher auf seine kurzweilige Predigt ein und verriet: „Ich bin Christ, nicht nur in der ferne, feiere Weihnachten, Ostern immer gerne.“ Zahlreiche Themen des zurückliegenden Jahres streifte er, darunter den Kita-Streik: „Ich versteh den Streik – wir haben das Problem, dass Berufe im Sozialen oft schlecht angesehn!“ Das Geschäftsgebaren manch großer Unternehmen nahm er aufs Korn: „Zudem denke ich mit Wut und Zorn, an VW und Winterkorn. Man wurde beim Kauf nur betrogen, abgezockt und auch belogen. Man zahlt für so ein Auto sehr viel Zaster und hat höhere Abgaswerte als ein Laster!“ Die Turmsanierung der Friedenskirche „Man ist als Christ nicht grad erfreut, wenn die Glocke nicht mehr leut“ hatte er ebenso auf der Agenda wie die geplante Reise der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden des Dekanats Rodgau: „Gerne geb ich es hier bekannt, im November geht es wieder in das Heilige Land.“

Pfarrerin Martina Grombacher zelebrierte den närrischen Gottesdienst, den Kinder aus dem Konfirmandenkurs musikalisch begleiteten.

Segen für Mensch und Tier im Nachenhafen

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Mühlheim (peba) – Gläubige Urlauber könnten neidisch werden: bei strahlendem Sonnenschein in den Augen, dem Rauschen des sich an den Ufersteinen brechenden Mains in den Ohren und dem Duft der abgemähten Dammwiese in der Nase feierten Christen im Rahmen der Reihe evangelischer Sommergottesdienste am Sonntag Morgen erstmals am Dietesheimer Nachenhafen. Pfarrerin Martina Grombacher verglich unser Leben mit einer Bootsfahrt. „Manchmal segeln wir in ruhigem Fahrwasser, manchmal kommen Stürme auf, die die Wellen hochschlagen lassen und das Leben bedrohen können.“ Krankheit, Arbeitslosigkeit und Scheidung nannte sie als Beispiele und empfahl das Vertrauen auf Gott, der uns über Wasser hält.

Heinz Gödelmann begleitete den Gottesdienst am Keyboard, Michael Wittmann organisierte die Technik und sorgte für den Strom. Als bleibendes Andenken gab es ein blaues Lesezeichen mit einem Fisch. Zur körperlichen Stärkung hatte das Team von Rast für Leib und Seele im Anschluss eingeladen.

Die Sommerferien können beginnen

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Mühlheim (peba) – Bei strahlendem Sonnenschein feierte Pfarrerin Martina Grombacher den ersten aus einer Reihe von sechs evangelischen Sommergottesdiensten in den Schulferien. „Wir setzen große Hoffnungen in die Zeit, die vor uns liegt“, sagte Grombacher auf dem Ludwigsplatz vor rund 80 Gläubigen.

Feriae sind im alten Rom die Tage gewesen, an denen keine Gerichtsbarkeit stattfand und die Geschäftstätigkeit ruhte“, erläuterte Grombacher die Herkunft des Wortes Ferien. Sie sprach sich dafür aus, den kleinen Dingen des Alltags wieder mehr Raum einzuräumen und so die Ferien zu einem „Fest der freien Zeit“ zu machen. Gleichzeitig warnte sie vor zu hohen Erwartungen an die Ferienzeit.

Mit einem Reisesegen verabschiedete sie die Gläubigen in die Urlaubszeit. Organistin Tina Bröske begleitete den Gottesdienst am Keyboard und spielte zum Ausklang das heiter swingende Stück „Ciaconetta“ des Komponisten Johannes Matthias Michel.

Schweizer oder Frankfurter Klüngel?

PEBA-20150620-206-4-1Knapp 21 Prozent der rund 500.000 stimmberechtigten Frankfurter gingen am gestrigen Sonntag zur Wahl beim ersten Bürgerentscheid der Bankenmetropole. Wen wundert die geringe Wahlbeteiligung, wenn neben dem Slogan auf dem Plakat der Initiatoren auch das Foto für Klüngel erster Klasse steht. Klüngel-Sepp und den integeren Wolfgang Niersbach jedenfalls wirds freuen, dass der DFB sein Ziel erreicht hat und die anvisierte Fußball-Akademie auf dem Gelände der Galopprennbahn errichten darf.

21. März = Welt-Down-Syndrom-Tag

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Die siebenjährige Alina Boldt feierte mit Freunden und Mitschülern den Welt-Down-Syndrom-Tag. Ihre Mutter Annette klärte auf und betonte die Einzigartigkeit jedes menschlichen Lebens. Hier meine Zeilen aus der StadtPost vom 26. März, die etwas umfangereicher auch in der Offenbach-Post vom 24. März erschienen sind:

Mühlheim (peba) – Singende, lachende und tanzende Kinder im Whisky-Laden an der Bahnhofstraße. Grund der Heiterkeit war allerdings nicht der Genuss des bei vielen Erwachsenen beliebten Destillats, sondern waren die rhythmischen Klänge der Band Rhytmix. Musikpädagoge Thomas Kühn am Keyboard, Sohn Lukas am Schlagzeug und Murat Uzuner an der Handtrommel als Teil des Musikprojekts, das aus Schülern der Offenbacher Fröbelschule und Mitarbeitern der Werkstätten Hainbachtal besteht, begeisterten die Besucher mit ihren schmissigen Einlagen.

Annette Boldt, Mutter der von Trisomie 21 betroffenen siebenjährigen Alina und Inhaberin des Geschäfts Grand Whisky, hatte am 21. 3., dem Welt Down-Syndrom Tag, eingeladen, um Aufklärung zu betreiben und darüber hinaus ein Fest zu feiern. „Habt einfach Spaß!“ begrüßte sie die Gäste.

Wir sollten unsere behinderten Mitmenschen so nehmen wie sie sind“, warb Oliver Bode, Vorstandsmitglied der Lebenshilfe für Stadt und Kreis Offenbach und selbst Vater eines Kindes mit Trisomie 21. „Es geht um das Wohl der Menschen mit geistiger Behinderung“, erläuterte er den Zweck der 1963 gegründeten Lebenshilfe und zitierte die 30-jährige Carina Kühne aus Seeheim-Jugendheim, die gesagt hatte: „Trotz 47 Chromosomen lebe ich sehr gerne.“ Der englische Arzt Down, Entdecker des nach ihm benannten Syndroms, beschrieb 1866 eine rundliche Gesichtsform und mandelförmige Augen als verbindende äußere Erkennungszeichen der Menschen mit Trisomie 21. Es gibt zahlreiche Facetten und Grade der Behinderung. Von Trisomie 21 Betroffene seien sehr direkt und sagten ungefiltert, was sie denken und fühlen. Wichtig sei die Frühförderung im körperlichen und geistigen Bereich, so Bode. Die Eltern seien in besonderer Weise gefordert, weil der Aufwand beim Lernen um ein Vielfaches höher sei als bei Regelkindern. Das gehe oftmals an die physischen und psychischen Grenzen. Motivation und Anreiz zeitige die besten Erfolge, wie das Beispiel der 30-jährigen Carina Kühne erkennen lässt, die sogar den Hauptschulabschluss erreicht hat.

Broschüren und Bücher mit Titeln wie „Das Stillen eines Babys mit Down-Syndrom“, „Wie mein Kind lernt, zurecht zu kommen“ und „Babys mit Down-Syndrom – Erstinformationen für Eltern und alle anderen Interessierten“ und er Hinweis auf die Internetseite Laura21 rundeten das Fest ab und versprachen tiefer gehende Infos und weitere Aufklärung.

Giuliano träumt und lacht

PB-20150307-001-65-2Hier mein kleiner Artikel über Giulianos Besuch bei der Mühlheimer Feuerwehr am Samstag, 7. März, der vier Tage später in der Offenbach-Post veröffentlicht wurde:

Mühlheim (peba) – Einmal ein richtiger Feuerwehrmann sein. Diesen Traum erfüllte die Freiwillige Feuerwehr Mühlheim dem sechsjährigen Giuliano Pennisi. Mit dem kleinsten Schutzanzug der Größe 116 der Kinderfeuerwehr im Gepäck fuhren die Aktiven der Mühlheimer Wehr, Christian Spahn und Stefan Lipke, im großen Tanklöschfahrzeug nach Rodgau, um Giuliano samt Mutter Andrea und Vater Giuseppe abzuholen. „Der Anzug passte wie angegossen“, freute sich Spahn, der, kaum im Mühlheimer Feuerwehrhaus angekommen, Giuliano in einem MAN-Wechsellader mit eingeschaltetem Blaulicht über den Hof chauffierte und mit ihm ein Boot auf die Ladefläche hievte. Das anschließende Löschen eines fiktiven Feuers machte Giuliano, der die integrative Kita Arche Noah der evangelischen Friedensgemeinde besucht, nicht nur sichtlich Spaß, sondern auch großen Hunger. Nach einer Führung durch die Fahrzeughalle klang der Nachmittag bei Kuchen und einem Slalomrennen im Foyer der Feuerwache aus. „Wir planen, einen Förderverein zu gründen, um die Entwicklung von Therapien gegen das seltene 4H-Syndrom, einer Krankheit, die die Lebenserwartung stark reduziert und an der Giuliano leidet, voranzutreiben“, informierte Andrea Pennisi. „Du bist jetzt ein richtiger Feuerwehrmann!“, adelte Spahn den Sechsjährigen und verriet, dass zukünftig einmal im Jahr Kindern, die körperlich nicht in der Lage sind, ihren Feuerwehrtraum zu leben, ein Einblick in die Tätigkeit der Blauröcke gegeben werden soll. „Wir wollen den Kindern ein strahlendes Lachen ins Gesicht zaubern“, ergänzte Stadtbrandinspektor Lars Kindermann.

Mein Fotografen-Herz schlug höher, denn es gab viele bewegende, erheiternde und berührende Momente zu entdecken und festzuhalten!

mühlheimer bettenladen

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Neues aus der Mühlheimer Geschäftswelt:

Passend zum Auftakt der fünften Jahreszeit firmiert der traditionelle mühlheimer buchladen zukünftig als mühlheimer bettenladen, in dem auch Bommelmützen vertrieben werden. „Uns war wichtig, das Angebot zu erweitern, Synergieeffekte zu nutzen und den Kunden ein perfekt abgestimmtes Sortiment zu bieten“, betont Geschäftsführer Wolfgang Stock. Immer wieder kämen Interessenten in den Laden in der Bahnhofstraße 17 bis 19, denen es zu anstrengend sei, ein Buch im Sitzen oder Stehen zu lesen, verriet er. Da kam ihm das Angebot des jungen Johannes B gerade recht, der püntklich seit 11.11 Uhr einen Bettendienst zur Verfügung stellt. Erste Gelegenheit, den neuen Service zu nutzen, haben Kunden bereits in der Lichternacht am Samstag, 15. November, wenn es heißt: Buchliebhaber lesen kurze Geschichten, Gedichte oder selbst Verfasstes im Zehn-Minuten-Takt vor. Selbstredend auf Daunen gebettet. Bestellungen für Buch und Bett nimmt Wolfgang Stock mit seinem bewanderten Team zu den gewohnt kundenfreundlichen Öffnungszeiten entgegen. Sollte es trotzdem einmal zu Wartezeiten kommen steht freilich ein Bett zur Verfügung.    (injo)

Burggeflüster – Zweiter Akt

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Meine Veröffentlichung im „Heimatbote Obertshausen“ vom 30. Oktober 2014:

Obertshausen (peba) – Von der Arbeit direkt ins Theatervergnügen. „Das Bühnenbild und die humorvolle Art des Vortrags, der teilweise in Mundart stattfindet, sind sehr witzig und unterhaltend“, schwärmte Reinhard König aus Dietzenbach, den Freunde zur Premiere des Stücks „Burggeflüster“ eingeladen hatten. „Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist das herzhafte Lachen sehr entspannend!“ Möglich machte es der Theaterclub „Lach Mal“, der in seinem 19. Stück dem Applaus nach zu urteilen den Nerv des Publikums getroffen hat.

 

In der Komödie in drei Akten von Uschi Schilling soll die heruntergekommene Burg des Grafen Arnfried von Rabenstein, gespielt von Michael Möser, von der Bank konfisziert werden. Seine Schwester Gräfin Viktoria Sophi von Rabenstein (Beate Thews) findet mit dem Bericht in einer englischen Zeitung, aus dem hervorgeht, dass der schottische Lord Edward Mc. Cornik (Stephan Rauschkolb) in Burgen investiert, einen Ausweg. Allerdings müssten dort Geister ihr Unwesen treiben. Mangels echter Geister entwickelte sich weit vor der Gespensterstunde ein amüsantes Theaterstück, in dessen weiterem Verlauf sich auch Gräfin Constanzia von Miesbach (Yvonne Halabarda), die Verlobte des schottischen Lords Edward, Lady Elenora von Wiesenhof (Beate Zeiger), Parapsychologe Professor Maximilian von Puffendorf (Thomas Zeiger), Köchin Rosa (Ulrike Heng), Gärtner und ButlerJohann (Lukas Kreher) und vor allem Geist Kunibert III. (Julian Herbert) zu außergewöhnlichen schauspielerischen Leistungen aufschwangen. Visagistin Alex Wißmann hatte die Schauspieler eindrucksvoll in Szene gesetzt, die Bühnenbauer Sansal Baskan und Matthias Bork echte Burgstimmung verbreitet. Andreas Farnung verbrachte bei seiner Premiere als Souffleur einen ruhigen Abend.

 

Trotz großer Routine weniger ruhig verlief die Veranstaltung für die rund 14 Helfer, die schon drei Stunden vor dem Öffnen des Vorhangs mit den Vorbereitungen begannen. Darunter auch Helene Komor, die mit half, Gläser zu reinigen, Getränke bereit zu stellen und vor allem die berühmten Mettwurstbrötchen zu bestreichen. „Sarah, die Tochter von Theatergründer Beate und Thomas Zeiger, war in meiner Kindergartengruppe“, erinnerte sich die Erzieherin der Kita Herz Jesu. So entstand der Kontakt zur Theatergruppe. Die Liebe ihrer Tochter Beate zum Theaterspiel, die von Beginn an dabei ist, tat ihr Übriges. Das soziale Engagement der Schauspielgruppe begeisterte Komor von Anfang an und motivierte sie, sich für die gute Sache zu engagieren.

 

Roger Winter unterstützte erstmals als Bürgermeister, jedoch bereits im zweiten Jahr, die Gruppe der Helfer. Von der Vorstellung zeigte er sich hellauf begeistert und lobte neben dem schauspielerischen Können das ehrenamtliche Engagement der Aktiven.